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ZIA kritisiert neuesten Vorschlag zur Umsetzung des Klimaschutzplans 2050

ZIA kritisiert neuesten Vorschlag zur Umsetzung des Klimaschutzplans 2050

01.07.2016 / Immo-News

Neubau von Wohn- und Wirtschaftsimmobilien wird leiden ...

  •     Zwangssanierungsmaßnahmen weiterhin enthalten
  •     Technologieoffenheit unterrepräsentiert
  •     Eigene Vorschläge durch Task Force Energie des ZIA
     

Der neueste Vorschlag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zur Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 enthält weiterhin Aspekte, die für die Immobilienwirtschaft gefährliche und existenzielle Eingriffe bedeuten. „Insgesamt haben sich die jetzigen Maßnahmenvorschläge aus Sicht der Branche nicht maßgeblich zum vorangegangenen Papier weiterentwickelt“, sagt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. „Zwar gibt es, wie zuvor auch, einige positive Ansätze, doch ist der aktuelle Entwurf für die Immobilienwirtschaft ernüchternd und stellt für die Branche weiterhin ein erhebliches Risiko dar.“

Neubau von Wohn- und Wirtschaftsimmobilien wird unter den Vorschlägen leiden

So sieht der Entwurf des BMUB unverändert Zwangssanierungsmaßnahmen für Neubau- und Bestandsimmobilien vor. „Dies ist ein unverhältnismäßiger und vor allem unwirtschaftlicher Eingriff in die Eigentumsrechte“, so Mattner. „Was wir angesichts der angespannten Immobilienmärkte in Deutschland brauchen, ist bezahlbares Wohnen und Bauen. Jedoch wird der dringend benötigte Neubau von Wohn- und Wirtschaftsimmobilien unter dem aktuellen Entwurf aus dem BMUB leiden. Die Ideen, die wir gemeinsam mit der Politik im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen erarbeitet haben, sehe ich hier nicht ausreichend repräsentiert.“

Technologieoffenheit fehlt an vielen Stellen

Auch die vom ZIA an vielen Stellen geforderte Technologieoffenheit findet im aktuellen Entwurf des BMUB nicht ausreichend Beachtung. So soll beispielsweise die Förderung nach wie vor in Abhängigkeit zu den verwendeten Baustoffen erfolgen. „Es macht keinen Sinn, energieeffizienten Neubau und die Wirtschaftlichkeit durch diese regulatorische Beschränkung zu verhindern“, sagt Mattner. „Die Folge wird nicht die Entspannung unserer Märkte, sondern vielmehr ein Sanierungsstau sein. Die Wahl der Baustoffe muss in erster Linie der Entscheidung des Investors obliegen.“ Darüber hinaus sind im aktuellen Entwurf weiterhin Verschärfungen des Neubaustandards und die Einführung von Klimaschutzklassen zur Einordnung des jeweiligen Sanierungsbedarfs enthalten.

Eigene Vorschläge für weiteren Beteiligungsprozess

„Klimaschutz und Nachhaltigkeit stehen schon seit Jahren allein schon aus unternehmerischen Gründen auf der Agenda zahlreicher Akteure der Immobilienwirtschaft und die Energiewende ist eines der Kernziele der Branche“, sagt Mattner. „Doch zu einem Großteil gefährden die aktuellen Vorschläge die Wirtschaftlichkeit einer ganzen Branche.“ Daher hat der ZIA gemeinsam mit seiner neu gegründeten Task Force Energie ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben, das derzeit technisch und wirtschaftlich machbare Möglichkeiten untersucht. Der ZIA wird darüber hinaus zur stetigen Verbesserung der Ökobilanz der Immobilienwirtschaft konkrete Vorschläge erarbeiten. „Mit diesen Ergebnissen, die wir in den weiteren Prozess zur Erarbeitung des Klimaschutzplans 2050 einbringen werden, wollen wir es gemeinsam mit der Politik schaffen, die Energiewende erfolgreich zu gestalten.“

Quelle: www.zia-deutschland.de