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Koalitionsvertrag 2018: Was ändert sich in der Immobilienwirtschaft?

Koalitionsvertrag 2018: Was ändert sich in der Immobilienwirtschaft?

15.03.2018 / Immo-News

Es ist geschafft, wir bekommen doch noch eine neue Regierung. Die Große Koalition zwischen Union und SPD bleibt bestehen und geht in eine neue Runde. Doch was soll sich jetzt ändern? Der neue Koalitionsvertrag verrät es. Wir haben die wichtigsten immobilienbezogenen Änderungen zusammengefasst. 

Neuen und auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen sieht die GroKo als akute Aufgabe, in Freiburg, um ein lokales Beispiel zu nennen, fehlen über 30.000 Wohneinheiten. Sowohl im frei finanzierten, als auch im öffentlich geförderten Bereich soll eine „Wohnraumoffensive“ gestartet werden, bei der in der aktuelle Legislaturperiode 1,5 Millionen neue Wohnungen und Eigenheime entstehen, so der Plan. Um diese „Hausnummer“ von 1,5 Millionen neuen Wohneinheiten in diesem Zeitraum zu erreichen, müsste man jedoch fast doppelt so viel Bauen, wie bisher. Hierfür will man sich noch 2018 mit Ländern, Kommunen und Verbänden an einen Tisch setzen und Themen für ein neues Gesetz vereinbaren. Vor allem der soziale Wohnungsbau müsse mit rund zwei Milliarde Euro gefördert werden.

Beim Thema Mieten erkennt man deutlichen Nachbesserungsbedarf. Die Mietpreisbremse müsse in Ihre Einzelteile zerlegt und auf Herz und Nieren geprüft werden. Grundsätzlich, so scheint es, will man aber daran festhalten. Qualitativ und quantitativ hochwertigere Mietspiegel sollen hierbei für mehr Transparenz sorgen. Zudem sollen Mieteranträge zur Mietpreisminderung unbürokratischer und mit höheren Erfolgschancen bearbeitet werden.

In Gegenden mit abgesenkter Kappungsgrenze (nur 15% statt 20% Mieterhöhung innerhalb 3 Jahre möglich), soll man Modernisierungskosten nur noch mit 8, anstatt den bisherigen 12 Prozent, auf den Mietpreis umlegen können. Der Mietpreis soll außerdem in den sechs Folgejahren nach Modernisierungsmaßnahmen nicht um mehr als drei Euro pro Quadratmeter steigen dürfen. Damit soll das umgangssprachliche „herausmodernisieren“ von Mietern gezielt eingeschränkt werden.

Familien mit einem Jahreseinkommen von bis zu 75.000 Euro sollen im Eigenheimbau durch das so genannte „Baukindergeld“ unterstützt werden. Nach Bauabschluss sollen Ihnen über 10 Jahre, 1.200 Euro pro Jahr und Kind zur Verfügung gestellt werden. Zudem ist ein Freibetrag von 15.000 Euro pro Kind geplant. Mit dem „Baukindergeld“ will man zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen und sowohl an der zu niedrigen Kinderquote, als auch an den Wohnraumproblemen schrauben.

Des Weiteren beinhaltet das Papier Themen, wie eine Grundsteuerreform, welche zurzeit beim Bundesverfassungsgericht auf dem Prüfstand steht, oder den Erhalt der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure). Diese sei essenziell für den Erhalt einer hohen Bauqualität. Die HOAI soll zudem auch europaweit zur Anwendung kommen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass gerade im Zuge der Wohnraumoffensive, oder des Baukindergeldes, interessante und vielversprechende Projekte geplant sind. Jedoch bleibt abzuwarten, wie viele Versprechungen am Ende des Tages auch wie umgesetzt werden.

Quellen:  

www.haufe.de

https://www.cdu.de/system/tdf/media/dokumente/koalitionsvertrag_2018.pdf?file=1

www.ivd.net

www.spiegel.de

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/koalitionsvertrag-sieht-rueckkehr-der-eigenheimzulage-vor-15451070.html

https://www.zia-deutschland.de/fileadmin/Redaktion/Pressemitteilungen/Downloads/180207_PM_ZIA_Koalitionsvertrag_Licht_und_Schatten.pdf